Weitere Fossilien

Eurolagus fontannesi
Ein putziges Häschen, welches jedoch den heutigen Hamstern ähnelt. Seine Beine und Ohren waren kurz, also kein Hoppelhase und flotter Läufer, der blitzschnell Haken schlägt. Wahrscheinlich lebte er in einem Umfeld von selbstgegrabenen Erdbauten. Er gehörte zu der Familie der Pfeifhasen und ernährte sich von Pflanzenkost, wie z.B. Blätter und Früchte, was die Struktur seiner Zähne verriet.

Chamäleon
In der Hammerschmiede fanden die Forscher einen Oberkiefer und ein Schädelfragment eines Chamäleons. Vor über 11 Millionen Jahren schon lebten Chamäleons im warm-subtropischen Allgäu. Bisher nahm man an, dass sie vor ca. 20 Millionen Jahren aus Afrika kamen und vor 13,8 Millionen Jahren aus Europa verschwanden. Gerade auch deshalb ist dieser Fund eine Sensation!

Hirschferkel
Diese possierlichen Tierchen gab es wohl zu der Zeit von Udo zuhauf. Auch heute noch leben Hirschferkel, die zu der Familie der Paarhufer gehören, mit wenigen Arten in den Tropen Afrikas und Asiens. Sie gehören stammesgeschichtlich zu der Gruppe der Wiederkäuer und sind kaum größer als ein Hase.

Gomphotherien
Diese ausgestorbenen Rüsseltiere, die zu der Familie der Mammutiden gehören, erreichten von Afrika aus im Miozän als erste Rüsseltiere Eurasien. Sie hatten 4 Stoßzähne. Die unteren standen meist nahe nebeneinander in dem langen schmalen Unterkiefer. Vermutlich wurden die unteren Stoßzähne, die zu einer Schaufel verwachsen sind, zum graben in schlammigem Boden genutzt.

Säbelzahntiger
Selbst der bekannte Säbelzahntiger lebte im Miozän schon im Allgäu! Dabei ist die Bezeichnung Tiger eigentlich falsch, da keine nähere Verwandtschaft zum heutigen Tiger besteht. Tatsächlich unterscheidet sich der Smilodon, wie er wissenschaftlich bezeichnet wird, stammesgeschichtlich und anatomisch deutlich von den heute lebenden Großkatzen.

Schnappschildkröte
Wer erinnert sich noch an die Schnappschildkröte „Lotti“, die am Oggenrieder Weiher in Irsee ein Kind gebissen hatte? Fossilien ihrer Vorfahren wurden auch in der Tongrube gefunden. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in langsam fließenden Gewässern, schlammigen Seen, Teichen und Tümpeln mit morastigem Grund. Heute ist ihre Verbreitung auf Nordamerika beschränkt – wenn sie mal keinen Ausflug in das Land ihrer Vorfahren im Allgäu macht.
Die aus 70 Familien stammenden Wirbeltierarten stellen sowohl Bewohner des Flusses dar (z.B. Karpfen, Hecht, Wels, Olm, Riesensalamander, Flusschildkröte, Weichschildkröte, Schnappschildkröte, Biber, otterartige Raubtiere) als auch der Tümpelgebiete der Aue (Wasserfrosch, Kröte, Molche, Scheibenzüngler, Laubfrosch, Krötenfrosch, Skink, Nattern, Schleichen, Sumpfschildkröten) Unter den Säugetierarten fanden sich besonders zahlreich Insektenfresser (15 Arten), Nagetiere (20 Arten), Rüsseltiere (Gomphotherien und Hauer-Elefanten), Nashörner, Krallentiere, Waldpferde, Hirsche, Schweine, Hirschferkel, Moschustiere, Waldantilopen, Hundebären, Säbelzahntiger, Marder und Panda. Darüber hinaus konnten auch Primaten nachgewiesen werden, welche zwei Arten angehören; ein geschwänzter Affe und der Menschenaffe Danuvius guggenmosi.
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Förderverein
Udo – Danuvius guggenmosi

