Udo Danuvius Guggenmosi

Udo

Der Sensationsfund aus einer Tongrube in Pforzen im Ostallgäu

Bisher unbekannte ausgestorbene Gattung der Primaten

„Udo“ gehört zu der Gattung der Primaten aus der Familie der Menschenaffen während des späten Miozäns. Durch die Funde in Pforzen konnte eine Erstbeschreibung dieser Gattung erfolgen.

Woher hat „Udo“ seinen Namen?

Seinen bürgerlichen Namen „Udo“ erhielt dieser Sensationsfund aus der Hammerschmiede, da zu der Zeit der Ausgrabungen im Autoradio Songs zu Ehren des 70. Geburtstags von Udo Lindenberg liefen.

Sein Gattungsname „Danuvius“ ist abgeleitet vom keltisch-römischen Flussgott Danuvius, da der Fundort zur Zeit des Miozäns ein großer Fluss war. Udo und seine Familie wurden durch diesen Fluss mit vielen anderen Fossilien in der heutigen Tongrube angeschwemmt.

Mit dem Zusatz guggenmosi wird der Allgäuer Amateurarchäologe Sigulf Guggenmos (1941-2018), der schon viele Jahre zuvor in der Tongrube der Hammerschmiede Funde machte, geehrt.

Udo Danuvius Guggenmosi

Copyright Künstlerische Rekonstruktion: Velizar Simeonovski

Pressekonferenz zur neu entdecken Primatenart „Danuvius guggenmosi“

Was ist das sensationelle an diesem Fund?

1. Dass „Udo“ vor ca. 11,65 Millionen Jahren lebte

2. „Udo“ lief aufrecht – was bisher jenseits jeder wissenschaftlichen Erkenntnis war

3. „Udo“ lebte in Süddeutschland, mitten in Europa – die „Out of Africa“ Therorie wies neue Fragen auf

Erstaunlich gut erhaltene Knochen

Die aus unterschiedlichen Körperregionen stammenenden Knochen lassen Rückschlüsse auf die Funktionen der Gelenke zu. Auch wie Udo und seine Familie aussahen und dass sie sich aufrecht fortbewegt haben. Der Brustkorb war breit und flach. Die Lendenwirbelsäule war stark nach vorne gekrümmt und funktional verlängert. Udo’s Knie waren gewohnheitsmäßig gestreckt – im Unterschied zu anderen bekannten Primaten! Er hatte eine physiologische X-Beinstellung – wie bei den Menschen. Der Fund des linken Großzehs (erstes Glied) war eine Greifzehe, die kräftig, relativ verlängert und in sich um eine Längsachse nach außen gedreht ist. Dies machte es Udo möglich mit seinen Füßen Äste und Lianen zu greifen. Vermutlich war Udo ein langsamer und bedächtiger Baumkletterer und die Bäume sein Lebensraum. Er war in der Lage sich in den Bäumen mit gestreckten Armen von einem Ast zum anderen zu hangeln. Trotzdem lief er aufrecht auf zwei Beinen!

Rekonstruktion von Udo

Vier Individuen mit Udo gefunden

37 Knochen und Zähne mit einem sehr beeindruckenden Erhaltungszustand von 4 Individuen wurden zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung gefunden.

Ein männliches Individuum, zwei weibliche Individuen und ein Jungtier. Dabei ist das männliche Individuum mit 21 Knochen und Zähnen belegt – unser Udo. Nach Hochrechnungen der Wissenschaftler war das Männchen etwa 1 Meter groß und 31 Kilogramm schwer. Die beiden Weibchen waren vermutlich etwas kleiner und wogen um die 18 Kilogramm.

Udos Knochen repräsentieren ca. 15% des Skelettes und umfassen insbesondere Körperregionen, welche wichtig für die Interpretation des Bewegungsapparates sind; Handgelenk, Ellbogen, Brustkorb, Hüfte, Knie- und Fußgelenk. Auf dieser Grundlage war es erstmals möglich, wesentliche Einblicke in Körperproportionen, Fortbewegung und Lebensweise des Menschaffen zu gewinnen.